Der Tag des Seoul-Konzertes

Dienstag 23. Mai
Nutze die Zeit zwischen Frühstück und Proben um noch ein wenig Klavier zu üben.
Danach werde ich zu Soundcheck und Lichtproben abgeholt.
Brauchen den ganzen Nachmittag um den Einsatz der pneumatischen Flügel-Beine zu proben. Für ein Stück soll ein Text auf die extra installierte Leinwand eingespielt werden. Den Moment abzupassen bedarf es mehrerer Versuche. Ich lerne einige leichte koreanische Worte um dem Programmierer zu signalisieren, wann der Moment gekommen ist.
Der „Tiger“ hatte uns zwar mit Sandwiches versorgt, ich nehme aber gern die Einladung der Techniker in die Kantine mitzukommen an.
Der Saal füllt sich mit 1500 Zuhörern. Das Konzert war angekündigt als Familienkonzert, so dass viele der Zuhörer ihre Kinder mitgebracht haben.
Finde eine ungewohnte Konzertsituation vor, weil alles gesagte, von einer Dolmetscherin in´s Koreanische übersetzt wird. Ein seltsames Gefühl, wenn erst diejenigen kichern die Englisch verstehen. Nach der Übersetzung aber der ganze Saal.
Einiges hat die Dolmetscherin komplett umgedeutet. Zum Beispiel die Ansage: „Ich hab die Erfahrung gemacht, dass das Publikum in tosenden Applaus ausbricht.“ Hat sie übersetzt mit: „ Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das Publikum beim Applaudieren brechen musste.“
Auch lustig.
Nach Beendigung des Konzertes wird ein von Ordnern abgeriegelter Bereich geschaffen, um den Andrang an Autogrammwünschen nachkommen zu können. Die Schlange war über hundert Meter lang und 16-jährige Mädchen stecken mir ihre Handynummern auf mit Herzchen bemalten Zetteln zu.
Für mich ein völlig neues Gefühl.









