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Niue, die Insel der Wilden

8.00 Uhr
Liegen vor Niue. Heißt in der Landessprache Kokosnuss. Erstmalig von Captain Cook entdeckt, der aber nicht an Land ging, weil er die wilden Eingeborenen fürchtete.
Aus diesem Grund nannte er sie "Savage Island", Insel der Wilden.

Abbildung 1

Frühstück achtern in der Sonne. Es ist wieder sehr warm.
Niue ist der kleinste Staat der Erde und liegt etwa 560 km von Samoa entfernt.
Zwar angedockt an Neuseeland, hat aber eine autonome Regierung. Geologisch gesehen ist die Insel allerdings das größte angehobene Korallenatoll der Welt. An der höchsten Stelle liegt es 65 m über dem Meeresspiegel.

Abbildung 2

Keine Sandstrände, nur schroffe Klippen. Kristallklares Wasser.

Abbildung 3

Hören von Kollegen, es gibt hier kostenloses Wireless LAN. Versuchen schon von Deck aus ins Internet zu kommen. Das geht auch zeitweise, wir sind aber ein wenig zu weit vom Ufer entfernt, so dass die Verbindung häufig abreißt. Beschließen den Laptop mit an Land zunehmen.

Abbildung 4

10.00 Uhr
Tendern an Land zum Dörfchen Alofi. Fürchten die "Wilden" nicht.
Es gibt hier nur sehr selten vorgelagerte Korallenriffs. Man kann in Küstennähe bestimmt 30 Meter auf den Grund sehen.
Alofi ist 2004 vom verheerenden Zyklon "Heta" heimgesucht worden, der die halbe Insel zerstörte. Man sieht davon nichts mehr.
Mieten ein Auto für 55 Neuseeland-Dollar plus pauschal 20 für Sprit. Das wird das Maximum sein, was man hier in der Zeit verfahren kann. Klappriger Toyota Station.
Fahren im Uhrzeigersinn los. Die Insel entpuppt sich bei näherem Hinsehen als wahres botanisches Paradies. Sehr gepflegte Gärten. Bei jedem Ortsbeginn wird die Straße von frisch gemähtem Gras und Anpflanzungen gesäumt. Viel weniger Kirchen als auf Rarotonga. Dafür an jeder Ecke geschmückte Grabsteine am Straßenrand.
Kommen am Grabmal eines Königs vorbei.

Abbildung 5

Es riecht wie im botanischen Garten nach feuchter, blütenschwangerer Luft. Sehr angenehm.

Abbildung 6

10.30 Uhr
Am Wegesrand sitzt ein Bildhauer vor seinem Haus und bearbeitet einen auf der Insel geschlagenen Mahagonistamm.

Abbildung 7

Diese Stämme wurden in früheren Zeiten von den Ureinwohnern wegen ihres hochwertigen Holzes für ihre Einbaumboote bevorzugt.
Der Mann sagt, er sei kurz vor der Fertigstellung einer künstlerischen Auftragsarbeit für einen reichen neuseeländischen Kunden. Wie lange er noch dafür benötige, frage ich. Etwa zwei Monate ist die Antwort. Hier haben die Menschen noch ein anderes Gefühl für Zeit.

Abbildung 8

11.00 Uhr
Fahren zu dem Punkt, an dem die Prinzessin von Niue immer gebadet hat. Um ihn zu erreichen muss man etwa zehn Minuten einen kleinen felsigen Weg hinabsteigen. Wir erreichen eine Felsspalte mit einer kleinen, seichten Lagune. Felsen fallen rund zehn m steil ab. Hier steht die Luft. Wir sind schweißgebadet, trauen uns aber nicht in die felsige Lagune zum baden hinab.

Abbildung 9

Wieder oben gönnen wir uns zwei Coca-Cola. Serviert von der 19-jährigen Alicia und ihrem Vater. Komme ins Gespräch mit dem einzigen dort ansässigen Weißen. Er sagt mir, er sei aus Polen und auch einige Zeit in Dortmund gewesen. Ich denke insgeheim, der einzige Grund um freiwillig in diese wohl abschiedenste Gegend der Welt auszuwandern, ist zu Hause der Konflikt mit dem Gesetz.

12.00 Uhr
Wir biegen von der Ringstraße links ab. Die Straße windet sich nach unten. Halten unter einem Baum. Von dort sind es noch ein paar Schritte hinab zum Ufer. Unten vor der Brandung erschrecken sich handtellergroße Krebse.

Abbildung 10

Die Steilküste hat Höhlen ausgebildet. Wir tasten uns in eine hinein. Es ist modrig schwül im Innern. Man hört das Piepsen der Fledermäuse. Sehen können wir aber keine. Sie sind zu weit in den Spalten versteckt.
Vereinzelte Stalagtiten reichen bis zum Boden.

Abbildung 11

Laufen zurück zum Wagen und entdecken einen Wasserhahn mit Süßwasser. Die anschließende Dusche ist sehr erfrischend und hebt die Stimmung.

13.00 Uhr
Durchqueren mit dem Auto das Urwald-Reservat. Sind beeindruckt von den tropischen Pflanzen. Die einzige, kleine, dunkle Wolke schickt etwa drei Tropfen Regen zu uns herab. Kurz darauf wieder strahlende Sonne.

14.00 Uhr
Erreichen das No 1 Resort der Insel. Das ist aber im Vergleich zu all den anderen Resorts, die wir inzwischen gesehen haben, kalter Kaffee. Ein trüber Pool, kein Sandstrand, aber eine Terrasse, von der aus man die Delphine und Buckelwale beobachten können soll.

Abbildung 12

Treffen dort auf Crewmitglieder, die uns zu einem Bier überreden.
Sie erzählen uns von ihrem Tauchgang. Nix wirklich Spektakuläres zu sehen. Das liegt wohl daran, dass hier kein schützendes Riff vorgelagert ist. Spannend war aber die Begegnung mit einer Vielzahl an Wasserschlangen. Ein Biss wäre auf der Stelle tödlich.

15.00 Uhr
Erwerbe für zehn Dollar einen offiziellen Führerschein für Niue mit Lichtbild.
Hatten bei der Rückgabe des Leihautos die Kamera im Auto vergessen. Fahre mit zwei Jugendlichen in einem Schrottreifen-Kombi zur Leihstation zurück und sage Bescheid.
Sie wurde mir dann kurze Zeit später, während ich dort kostenfrei E-Mails verschickte, zum Anleger gebracht.

16.00 Uhr
Habe bis zum Abendessen noch Zeit Klavier zu spielen.